Oldie but Goldie #1

Gerade eben ist unser Welpe noch durchs Haus geturnt, über Tische und Bänke gegangen, hatte unstillbare Energie und Spieltrieb. Erinnerst du dich? Es fühlt sich an als wäre es gestern gewesen, richtig?

Heute schauen wir unseren Hund an und sehen graue Haare, vielleicht schon leicht getrübte Augen und ein paar hartnäckige Pfündchen zu viel auf den Rippen.

Aber die Liebe, der Blick ist immer noch der Gleiche wie damals, als dein bester Freund noch Welpe war.

Seine Bedürfnisse ändern sich im Laufe des Hundelebens… wollte er als Welpe körperlich aktiv mit dir durch Feld, Wald und Flur spazieren, ist er heute dankbar für eine Schmuserunde mehr und aus dem zweieinhalb stündigen Spaziergang darf auch eine gemütliche und entspannte Stunde werden.

Wie du deinem alten Hund von nun an gerecht werden kannst, möchte ich dir in dieser Blogserie näher bringen.

Beginnen wir mit der Ernährung für deinen älteren Hund

Der Markt der Futtermittel ist für viele Hundehalter nicht mehr durchschaubar. Es gibt Unmengen an Fertigfutter, die mit besonderen Eigenschaften für junge Hunde, alte Hunde, kranke Hunde, dicke Hunde oder Sporthunde werben. Auch Rassespezifische Fertigfutter gibt es. Das ist irre. Ein anderes Wort fällt mir dazu nicht ein.

Einige wenige davon haben sicherlich auch ihre Berechtigung aber die meisten Futtermittel sollen mit diesen Werbeaussagen nur auf Kundenfang gehen. Traurig aber wahr!

Wie einfach du aber auf die ernährungsphysiologischen Bedürfnisse deines alten Hundes eingehen kannst, erfährst du jetzt.

Achte darauf, dass die Mahlzeiten, die du deinem Hund anbietest nicht zu energiereich sind.

Du solltest zwar nicht auf Light bzw. Diät- Nahrung zurück greifen oder gar ganz fettfrei füttern aber du kannst z.B. problemlos die Kohlenhydrate wie Kartoffeln, Nudeln und Reis gegen sättigendes Gemüse ersetzen- Schlangengurke hat sich hier immer sehr bewährt- so minimierst du die Zufuhr an umsetzbarer Energie ohne deinem Hund das Sättigungsgefühl zu nehmen.

Diesen Tipp solltest du natürlich nur dann befolgen, wenn deine Fellnase etwas zu speckig geworden ist oder wenn die Bewegung etwas weniger geworden ist als bisher.

Andersherum kann es jedoch auch dazu kommen, dass dein Hund weniger Appetit hat als bisher – hier sind natürlich rassetypische Unterschiede erkennbar. (Ich, als Labrador- Halterin weiß das! )

Auch dies kann auf Grund des Alters mehrere Gründe haben. Zum Beispiel ist es die fehlende Bewegung oder das schwindende Geschmacksempfinden deines Hundes, dass dazu beiträgt, das dein Hund nicht mehr so viel Futter zu sich nehmen möchte.

Hier kannst du mit ein paar schmackhaften “Topics” die Mahlzeiten wieder etwas aufpeppen und so zum fressen anregen. Krümeliger, getrockneter Pansen lässt sich sehr gut als Würze nutzen. Aber auch Knochenbrühe oder Buttermilch kannst du ganz wunderbar als natürlichen Geschmacksverstärker benutzen.

Fördere die Verdauung

Besonders häufig kommt es bei älteren Hunde zu einer “lahmen” Verdauung und die Darmpassage verlängert sich. Dies kann zur Folge haben, dass die einzelnen Nährstoffe aus dem Futter nicht wie gewünscht aufgenommen werden können. Auch Verdauungsbeschwerden wie “Pupperei” und Verstopfung können ein Zeichen für eine “lahme” Verdauung sein.

Unterstütze deinen Hund mit ausreichend Ballaststoffen zur einfachen Verdauung und um Verstopfung und Blähungen zu vermeiden.

Keine großen Futtermengen

Viele kleine Mahlzeiten machen die Verdauung und Absorption von Nährstoffen einfacher. Wenn es dir also zeitlich möglich ist, versuche die Mahlzeiten zu festen Zeiten und in kleineren Portionen anzubieten. Füttere deinen Hund zum Beispiel lieber zwei bis dreimal am Tag als nur einmal täglich eine große Menge zu füttern.

Pflege die Darmflora

Nur eine gepflegte Darmflora kann ihren Job tun und die Nahrung so auszunutzen wie es gedacht ist. Oft werden ältere Hunde mit Medikamenten unterstützt, zum Beispiel mit Schmerzmitteln, Herzmedikamenten etc. , diese können unter Umständen die Darmflora stören oder schädigen.

Darmflora unterstützende Lebensmittel wie Buttermilch und Leinsamen sind gesund und schmecken sehr lecker. Biete deinem Hund doch eine Zwischenmahlzeit aus einer selbstgemachten Obst- Buttermilch mit Leinsamen an. Nicht zu viel, nur ein bisschen. So pflegst du die Darmflora ohne viel Aufwand und deinem Hund schmeckt es ganz bestimmt.

Bedarf an Biotin und anderen Vitaminen steigt

Im Alter können bei Hunden Absorptionsschwächen im Darm auftreten und verhindern so die Aufnahme von wichtigen Vitaminen und Nährstoffen in ausreichender Menge. Es hat sich daher bei der Fütterung von alten Hunden bewährt, die Gabe der Vitamine und Mineralstoffe etwas zu erhöhen.

Du kannst zum Beispiel Vitamin C durch Hagebuttenschalen ergänzen, B- Vitamine über Bierhefe zu füttern oder du hältst Ausschau nach einem “rund-um-glücklich”- Vitaminzusatz aus dem Handel.

Aber Vorsicht bei Vitamin A

Dein Hund benötigt im Alter nicht mehr und nicht weniger Vitamin A als in jungen Jahren. Jedoch werden Überdosierungen, zum Beispiel durch die Fütterung von Leber, Niere, Lebertran oder auch Karotten (JA, dein Hund kann aus dem Betacarotin der Möhre Vitamin A basteln), nicht mehr ganz so gut toleriert. Sei also bei der Fütterung von Vitamin A haltigen Lebensmitteln bzw. Futtermitteln etwas sparsamer.

Fazit

Die Fütterung von Hunden ist kein Buch mit sieben Siegeln. Manchmal sind kleine Veränderungen bei der Rationszusammenstellung schon ausreichend um Krankheiten vorzubeugen, Nährstoffmängel auszugleichen oder etwas mehr Wohlbefinden zu schenken .

Du kennst deinen Hund am allerbesten. Du weißt was er mag, was er nicht mag und kannst vielleicht schon erkennen, wie er sich im Alter verändert hat. Überprüfe die Futterzusammensetzung, sei offen für Neues und optimiere die Mahlzeiten so, dass dein alter Hund aus ihr Kraft, Energie, Vitamine und Mineralstoffe ziehen kann.

Solltest du unsicher sein, so stehe ich dir in meiner Ernährungsberatung gerne auch therapeutisch zur Verfügung! Sprich mich gerne an.

Was du sonst noch tun kannst, um deinen alternden Hund in seiner Gesundheit zu unterstützen, erkläre ich dir im nächsten Teil von “Oldie but Goldie”

Du hast bei deinem älteren Hund schon Veränderung im Wesen oder der Gesundheit feststellen können? Erzähl mir davon!

Stefanie Werner ist Ernährungstherapeutin für Hunde und befasst sich seit 2009 intensiv mit der naturnahen Fütterung von Hunden. Sie hilft in ihrer Ernährungsberatung Hundehaltern dabei die beste Fütterungsmethoden für ihren Hund zu ermitteln.

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