Stress bei Hunden

ein Gastbeitrag von Carolin Caprano

Warum auch Hunde „Stress“ haben können

Den Begriff „Stress“ belegen wir Menschen gerne nur für uns. Es gibt viel zu tun auf der Arbeit, ständig möchte jemand etwas von uns, die Nachbarn machen Ärger, Rechnungen müssen bezahlt sein und so viel mehr. Wir haben Stress! Aber auch Tiere können Stress empfinden. Natürlich sind die Ursachen dabei etwas zu unterscheiden, aber gerade unsere Hunde begleiten uns so eng durch den Alltag, dass sie dadurch automatisch auch all unseren Stress-Faktoren ausgesetzt sind.

Selbst wenn wir uns bemühen, unsere Hunde so artgerechte wie möglich zu halten, kommt es trotzdem zu unnatürlichen und für das Tier teilweise beängstigenden Situationen. Überlegen wir doch einmal: Zu Hause haben wir Fernseher und Radio laufen, draußen fahren Straßenbahnen, Busse und Autos, Menschenmengen laufen in der Fußgängerzone, Feuerwerk knallt an Sylvester oder Sirenen heulen. Wie erklärt sich all das in den Augen eines Hundes?

Ursachen für Stress sind also genauso vielfältig, wie die Art und Weise, in der sich Stress bei unseren Hunden äußern kann. Zu nennen wären hier unter anderem Verspannungen in der Muskulatur, aber auch Nervosität und Hyperaktivität, Magenprobleme oder generelle Anfälligkeit für Krankheiten. Manchmal ist es auch ständige Müdigkeit oder umgekehrt häufig Rastlosigkeit und Unruhe. Tierbesitzer stehen häufig ratlos vor diesem Problem, wenn sich dann in keinem Blutbild und keiner anderen klinischen Untersuchung eine Erklärung dafür finden lässt.

Wenn man also sonstige (körperliche) Ursachen ausschließen kann, man aber merkt, dass es dem Hund nicht gut geht, dann sollte die Gesamtsituation des Tieres hinterfragt werden. Stellt euch z.B. folgende Fragen:

„Welchen Belastungen ist mein Hund in der letzten Zeit ausgesetzt worden?“ „Habe ich selbst viel um die Ohren?“ „Gab es Veränderungen, die meinem Hund gerade zu schaffen machen?“.

Vor allem Hunde sind sehr feinfühlige Tiere mit feinen „Antennen“ für Ihre Umwelt. Sie nehmen oft schon sehr viel geringere Veränderungen wahr, als wir Menschen es tun. Deshalb ist es wichtig, immer ein offenes Auge für Stressfaktoren aller Art zu entwickeln.

In vielen Fällen entwickelt sich dabei auch nicht nur ein einzelnes Symptom, sondern eine Kombination aus mehreren Anzeichen, die auf Stress hinweisen.

Selbstverständlich muss nicht immer gleich ein einziges der im Anschluss aufgezählten Symptome sofort darauf schließen lassen, dass der Hund extremen Stress hat. Könnt ihr jedoch feststellen, dass ein bestimmtes Anzeichen häufiger auftritt, solltet ihr die Zusammenhänge genau beobachten. Damit lässt sich relativ einfach feststellen, ob man es hier mit einer Stressproblematik zu tun haben könnte.

Einige wichtige Symptome folgen nun in der Übersicht:

  • vermehrtes zeigen von Beschwichtigungs-signalen
  • vermehrtes Speicheln
  • vermehrtes/häufiges Schütteln
  • häufiges/andauerndes Bellen
  • starkes Hecheln
  • Muskelverspannungen
  • Maulgeruch
  • Zittern
  • häufiger Durchfall
  • zerstören von Dingen/Gegenständen
  • selbstzerstörerisches Verhalten (Pfoten beißen, Schwanzjagen etc.)
  • beißen in die Leine
  • aufstellen der Nacken- und Rückenhaare

Selbstverständlich könnte hier noch mehr aufgezählt werden. Ich denke aber, dies sind sicher die häufigsten und am einfachsten zu beurteilenden Anzeichen. Und Auslöser für Stress gibt es dann wohl genauso viele wie es eben Symptome dafür gibt.

Schon wenn die Welpen von der Mutter getrennt werden und zu ihren neuen Besitzern kommen beginnt für den jungen Hund der „Ernst des Lebens“ und der erste Stress. Er kommt zu neuen Menschen, in eine neue Umgebung, und all das ergibt zudem viele neue Eindrücke….

Weiterhin können Über- oder Unterforderung Hunden stark zusetzen. Ein vollgepacktes Tagesprogramm mit Autofahrt, Spaziergang, Denkspielen, Hundesport etc. kann ohne ausreichende Ruhephasen genauso ein Stressfaktor sein, wie das Gegenteil. Denn kein oder zu wenig Auslauf, mangelnde geistige Auslastung, wenig oder fehlender Kontakt zu Artgenossen wären hier ebenfalls kontraproduktiv. Jeder Tagesablauf muss also individuell auf den einzelnen Hund abgestimmt sein und eine hundegerechte Balance aus Beschäftigung und Ruhephasen gefunden werden.

Nicht zu unterschätzende Faktoren sind dann noch Veränderungen im Hundealltag wie ein Umzug, Streit in der Familie, Trauer, Familienzuwachs etc. und müssen von unseren Hunden genauso verarbeitet und zugeordnet werden, wie von uns Menschen. Tiere haben ein sensibles Gespür und nehmen kleinste Stimmungsänderungen wirklich sehr schnell wahr.

Auch Hunde, die keine klare Stellung in der Familie haben (weil zum Beispiel keine einheitliche Erziehung von allen Familienmitgliedern eingehalten wird) können in Stress geraten.
Weitere Faktoren sind dann noch:

  • Sylvester
  • Gewitter
  • Autofahren
  • Hundesport bzw. zu hohe Leistungsanforderungen
  • Alleinbleiben müssen
  • Krankheiten

Da wir nun mögliche Auslöser kennen, ist es ab jetzt wichtig ein wenig darauf zu achten, wie der Alltag unserer Hunde aussieht. Geregelte Tagesabläufe und eine gute Vertrauensbasis zwischen Hund und Halter bilden dabei die Grundsteine für weniger Stress.

Jetzt heißt es gezielt vermeiden und auflösen, sobald man bemerkt, dass bestimmte Situationen beim eigenen Tier Stress verursachen. Auch ein sensibler Hundetrainer kann dabei eine sinnvolle Unterstützung sein.

Die Naturheilkunde bietet euch und euren vierbeinigen Freunden zusätzlich Unterstützung und einige Möglichkeiten. Heilkräuter, wie zum Beispiel Melisse, Hopfen, Baldrian, Johanniskraut oder Kamille, haben eine beruhigende Wirkung auf den gesamten Organismus.

Auch einigen Futterergänzungsmittel werden positiven Einfluss auf das Nervenkostüm nachgesagt. Darunter fallen unter anderem Magnesium, L-Tryptophan oder auch die B-Vitamine.

Eine weitere und besonders sanfte Methode sind die Bachblüten. Die Bachblüten sind der Homöopathie ähnliche Konzentrate, die jedoch nur auf das Gemüt der Patienten einwirken. Der Therapeut wählt entsprechend 1-6 Konzentrate aus 38 möglichen, die am besten auf die Problematik des Tieres passen. Es handelt sich dabei um eine sehr feinstoffliche Therapie, die jedoch schon häufig gute Erfolge erzielt hat.

Carolin Caprano

  • Tierheilpraktikerin (ATM) mit Fortbildung in Tierphysiotherapie
  • Autorin
  • Illustratorin

Mehr über Carolin erfährst du unter:

www.carolin-caprano.com

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